92 Minuten führt St. Fouli gegen Zweitligisten, dann platzt der Pokal-Traum im Elfmeterschießen

Eine zwischenzeitliche 3:0-Führung gegen Petrolspor reicht am Ende nicht zur AZ-Cup-Sensation


Der FC St. Fouli ist nach einem wahren Pokal-Drama aus dem AZ-Cup ausgeschieden, am Ende fehlten nur zwei Minuten zur Sensation gegen den Zweitligisten FC Petrolspor. Zur Pause hatte der Viertligist noch mit 3:0 geführt.

Ampermoching (19.05.2019) - 92 Minuten lang stand der FC St. Fouli in der dritten Hauptrunde des AZ-Cups, hatte den taumelnden Favoriten am Rande der Niederlage, doch am Ende sollte es einfach nicht sein. Nach einem 3:3 (3:0) in der regulären Spielzeit musste sich der Viertligist dem FC Petrolspor im Elfmeterschießen mit 2:4 geschlagen geben.

 

"Das war das beste Spiel seit Ewigkeiten", meinte Teammanager Marco Körner nach der Partie auf dem Hauptplatz des SV Ampermoching. "Wir können sehr stolz sein." Vor allem, weil St. Fouli zur Pause sensationell mit 3:0 führte. "Wir waren mit einem Zweitligisten auf Augenhöhe", merkte Teammanager Florian Weiß zudem an, "er konnte uns über 90 Minuten nicht besiegen. Das ist aller Ehren wert."


Auch vom Trainer-Team des Favoriten gab es lobende und anerkennende Worte. Man könne sich zwar über den Sieg, nicht aber über das Spiel freuen, hieß es. "Ihr wart für mich das bessere Team", sagte Trainer Bilal Baspinar. Man sei außerordentlich beeindruckt von der Leistung und dem Auftreten der Foulis gewesen.

 

Der Underdog legte los wie die Feuerwehr, nach einem Zuspiel von Blerim Jaha ließ Daniel Schloemer vier (!) Petrolspor-Verteidiger stehen und tunnelte den Keeper nach rund zwei Minuten - der frühe Schock für den Favoriten, der auch in der Folge mit der Spielweise der Gastgeber große Probleme hatte. Die Foulis standen tief vor dem eigenen Tor, gingen konsequent in die Zweikämpfe und lauerten gegen die spielstarken Gäste auf Konter. Petrolspor fand kaum in die Partie.

 

In der 20. Minute zappelte das Leder erneut im Gäste-Tor, also der Ball einer mustergültigen Vorlage von Marco Reufels von der rechten Seite erst an die Latte klatschte und Jaha zum 2:0 abstauben konnte. Es sollte aber noch besser kommen, denn kurz vor der Pause stellte Herbert Pimperl nach einem perfekt getimeten Querpass von Lars Wütschner auf 3:0 (38.) - die Sensation nahm zur Pause Formen an.

 

"Wir wussten, dass Petrolspor mit richtig Dampf und Wut in die zweite Hälfte gehen würde. Die beiden schnellen Gegentreffer waren haben es uns nicht leichter gemacht", so Weiß über die zweite Hälfte. Und genau so kam es.

 

Dank eines Foulelfmeters (50.) und eines sehenswerten Schlenzers von der rechten Seite ins lange Eck (56.) kamen die Gäste rasch auf 3:2 heran. Fouli vergab selbst noch zwei Großchancen zur Entscheidung und hatte in der 86. Minute noch Glück, als Petrolspor einen weiteren Elfmeter vergab. In der Nachspielzeit aber fiel doch noch das 3:3, am Ende fehlten nur zwei Minuten zur Sensation. So musste das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen.

 

Den ersten Strafstoß vergab Petrolspor, bei den Foulis verwandelten Schloemer und Pimperl souverän ihre Versuche. Durch zwei Fehlschüsse in der Folge aber konnte der Favorit am Ende doch noch den Einzug in die dritte Hauptrunde des AZ-Cups feiern.

 

Den Namen FC St. Fouli wird Petrolspor jedenfalls so schnell nicht vergessen, der Viertligist verlangte dem Zweitligisten alles ab. Die Foulis verabschieden sich somit hocherhobenen Hauptes aus dem Pokal und fokussieren sich nun voll auf die Liga.

Fouli-Bank: Florian Weiß, Mario Moosreiner, Marco Körner, Lars Wütschner, Patrick Cherci

Tore: 1:0 Schloemer (2.), 2:0 Jaha (20.), 3:0 Pimperl (38.), 3:1 (50., FE), 3:2 (56.), 3:3 (90.)